Jeder Hundebesitzer will mit seinem Hund ein paar Hundekommandos lernen. Dass ein Hund Grundkommandos lernen sollte, versteht sich von selbst – sie erleichtern das Zusammenleben zwischen Hund und Mensch und dienen auch dem Schutz von Hund und Mensch. Beispielsweise dann, wenn beim Gassi gehen brenzlige Situationen entstehen und man den Hund sicher zurückrufen will.

Wichtige Grundkommandos & spielerische Hundekommandos

Heute wollen wir über Hunde Kommandos reden und wie sie mit dem Hund erlernt werden können. Zu unterscheiden ist jedoch zwischen zwischen absolut notwendigen Kommandos, die für das Zusammenleben von Hund und Mensch elementar sind – und solchen Kommandos, die im Rahmen der Beschäftigung gemeinsam mit dem Hund erlernt werden.

Denn alleine das Trainieren bereitet Mensch und Tier großen Spaß und fördert die Bindung zwischen Zweibeiner und Vierbeiner. Außerdem ist das Einüben neuer Hundekommandos eine tolle geistige Beschäftigung für Hunde.

Es geht nicht darum, mit diesem Ratgeber Erziehungstipps zu geben oder gar die Hundeschule zu ersetzen, sondern vielmehr wollen wir ihnen ein paar Ideen an die Hand geben, wie Sie Ihren Hund sinnvoll beschäftigen und mit ihm ein paar Kommandos üben können.

Wir haben nach den wichtigsten Grundkommandos bislang über 40 weitere Kommandos trainiert und es kommen immer mehr neue verbalkommunikative Interaktionen mit unserem Hund dazu.

Hundekommandos lernen Tipps

Bevor wir Ihnen Hundekommandos vorstellen, zuerst ein paar kurze Tipps, damit das spielerische Lernen mit dem Hund gut funktioniert:

  • Trainieren Sie ein Hundekommando nach dem nächsten!
  • Beginnen Sie mit notwendigen Grundkommandos für Hunde.
  • Spielerische Kommandos werden gelernt, wenn alle wichtigen Kommandos sitzen.
  • Die beste Trainingszeit ist vor dem Füttern, wenn Ihr Hund Hunger hat.
  • Machen Sie das vor, was Ihr Hund lernen soll.
  • Sprechen Sie mit motivierender Stimmlage.
  • Bleiben Sie geduldig, wenn die Übung nicht auf Anhieb klapp.
  • Locken und belohnen Sie Ihren Hund mit Leckerlis.
  • Wiederholen Sie die erfolgreich abgeschlossene Übung mehrmals.
  • Trainieren Sie auch Kommandos, die Ihr Hund bereits beherrscht.
  • Gönnen Sie Ihrem Vierbeiner eine Pause, wenn er sich nicht mehr konzentrieren kann.

Der wichtigste Tipp

Feiern Sie mit Ihrem Hund eine große Party, wenn er das Kommando ausfüllt. Freuen Sie sich, loben und streicheln Sie Ihren Hund und lassen Sie ihn merken:

“Wenn ich DAS mache, flippt mein Herrchen/Frauchen aus und hat mit mir zusammen Spaß!”

Hinweis zum futterbasierten Training mit Hunden

Aufgrund der beim Labrador vorhandenen Gewichtsproblematik ziehen wir die Trainingsleckerlis von der täglichen Futtermenge ab. Häufig rufen wir einfach im Alltag während dem Spielen erlernte Hundekommandos ab – die Belohnung ist dabei das Weiterspielen.

Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber: Übergewicht beim Hund

Hunde Grundkommandos Sitz, Platz und Bleib

Die drei Hunde Kommandos Sitz, Platz und Bleib sollten im Welpenalter kontinuierlich und zusammen gelernt werden, da sie extrem wichtig sein können, wenn man mit dem Hund Gassi geht. Zuhause ist es ebenfalls enorm hilfreich, wenn der Hund die Basics beherrscht.

Das Hundekommando Sitz

Das Grundkommando Sitz ist eines der wichtigsten Hundekommandos. Beim Gassi gehen kann der Hund damit “angehalten” werden, wenn sich Auto, Fußgänger, Radfahrer oder Kind nähert. Auch zuhause ist dieses Grundkommando wichtig, damit der Hund nicht in den Füßen rumrennt, wenn es gerade nicht günstig ist oder um den Hund zur Ruhe zu bringen.

Dieser “Befehl” sollte bereits im Welpenalter gelernt werden und lässt sich leicht erlernen. Einfach mit dem Welpe auf den Boden setzen und wenn er sich dann zufällig hinsetzt, ihn dafür belohnen. Anschließend wird der Welpe motiviert, wieder aufzustehen oder sich hinzulegen, um ihn dann wieder in die Sitzposition zu locken und direkt dafür zu belohnen.

So lernt der Hund Platz

Dieses Grundkommando ist ebenfalls wichtig und lässt sich genauso erlernen, wie das Kommando Sitz. Einige Hunde tun sich schwer, den Unterschied zwischen beiden Kommandos erkennen. Da hilft nur, die jeweiligen Übungen abwechselnd durchzuführen und immer bei dem gewünschten Verhalten zu loben.

Dem Hund Bleib beibringen

Das Grundkommando Bleib in Verbindung mit Sitz und Platz ist einfach toll. Bleib heißt, dass der Hund dort ausharren soll, wo er abgesetzt oder abgelegt wurde. Draußen hilft dieses Grundkommando, dass der Hund nicht unkontrolliert herumläuft. Drinnen ist es praktisch, wenn die Menschen in Ruhe essen oder ungestört in der Wohnung laufen wollen. Zum Beispiel, wenn heiße Töpfe von der Küche ins Esszimmer getragen werden, man das Baby auf dem Arm hat, nach der regen Begrüßung der Gäste nicht mehr vom Hund belagert werden sollen oder aus anderen Gründen der Hund nicht rum wuseln soll 😉

Einem Hund das Bleib beizubringen, erfordert viel Geduld. Erst übt man gemeinsam mit dem Vierbeiner Sitz und Platz, dann folgt die Aufforderung zum Bleiben. Der Hund wird mit diesem Kommando angesprochen, dann entfernt sich Herrchen bzw. Frauchen. Bleibt der Hund im Platz, kehrt man zu ihm zurück und er wird gelobt. Geübt wird erst mit kurzen Abständen, dann kann die Entfernung und die Dauer im Bleib erhöht werden.

Natürlich springen die meisten Welpen sofort auf und laufen hinter Frauchen oder Herrchen nach, er weiß ja noch nicht, was von ihm erwartet wird. Deshalb kehrt man gemeinsam mit dem Hund an die Stelle zurück, legt ihn erneut ab, fordert zum Bleiben auf und entfernt sich wieder.

Okay – dem Hund etwas erlauben

Ob Fressen oder Spielen – bei uns läuft nichts ohne ausdrückliche Erlaubnis. Füllen wir den Futternapf, geben wir ein Leckerli oder bieten wir ein Spielzeug an, darf der Hund erst ran, wenn das Kommando Okay kommt.

Ja, wir spielen hier unsere Macht gegenüber dem Hund aus. Jedoch trainieren wir das täglich spielerisch und gewaltfrei. Dafür bleiben die Schnitzel auf dem Teller und wir können in Ruhe seinen Freßnapf füllen, bevor der Labrador Rüde sein Futter in 0,1 Sekunden weginhaliert.

Diese Grundübung haben wir schon bald gesteigert, indem wir den Hund vor dem gefüllten Futternapf sitzen lassen und mit dem Trinknapf zur Spüle gehen, ihn auffüllen und an die Futterstelle zurückbringen.

Unser Hund befolgt die Regel absolut sicher. Damit es nicht langweilig wird, rufen wir zum Füttern manchmal auch weitere Hundekommandos ab – zum Beispiel Sitz oder Platz. Hin und wieder wird der Labrador zwischendurch kurz in ein anderes Zimmer gerufen, bevor er an sein Futter darf.

Da er natürlich schon längst alle Varianten kennt und ohnehin weiß, dass er gleich futtern darf, macht er freudig und schwanzwedelnd mit.

So widersteht der Hund selbst dem leckersten Snack

Wir legen zum Beispiel eine Scheibe Wurst, ein Schweineohr oder ein Stück Rinderkopfhaut auf den Boden und sagen zum Hund “Nein!” – Unser Labrador Rüde weiß, dass er nicht dran gehen darf, bevor die Erlaubnis durch “Okay” erteilt wird.

Fressen erst nach Hundekommando Okay mit dem Hund lernen

Zum Üben dieses Kommandos eignen sich insbesondere kleine Leckerlis, da ja viele Wiederholungen notwendig sind. Herrchen bzw. Frauchen sollte unbedingt darauf achten, dass der Hund keine Erfolge hat und das Leckerli ohne Okay mopsen kann. Notfalls einfach die Hand zwischen Leckerli und Schnauze halten.

Gerade am Anfang des Okay-Trainings sind die meisten Hunde sehr hartnäckig, um an das Leckerli zu kommen. Sie probieren es mit allen Hunde Tricks:

  • Bettelnder Hundeblick.
  • Bellen und Fiepen.
  • Sich von allen Seiten Zugang zum Leckerli verschaffen wollen.
  • Die Hand zwischen Hundeschnauze und Leckerbissen wegschieben.

Hundebesitzer, die jetzt standhaft bleiben und solange ausharren, bis sich der Hund resignierend auf den Boden legt und so tut, als ob ihn die Belohnung gar nicht mehr interessiert, werden dieses Hundekommando erfolgreich vermitteln.

Sobald der Hund so tut, als ob er jetzt keine Lust mehr hat und aufgibt, weicht die Hand zur Seite und das Okay-Kommando wird gesagt. Zack, ist die Belohnung auch schon verschlungen und die Übung wird wiederholt.

Das ist übrigens eines der Hundekommandos, die prima auch beim Spielen und zum Antrainieren von Beißhemmungen in der Welpenerziehung funktioniert.

Aus – den Hund aus Situationen rausholen

Das Kommando Okay verwenden wir aber auch beim Spielen nach dem Kommando Aus. Beim Spielen geht es bei uns munter zu. Unser Rüde liebt Zerrspiele, bei denen er sich ordentlich auspowern kann. Bevor er sich regelrecht reinsteigert, fällt zur Spielunterbrechung zwischendurch das Kommando Aus, der Hund soll das Zerrspielzeug sofort loslassen.

Mit Hundekommando Aus soll Hund Spielzeug loslassen

Geübt haben wir sofort nach Einzug des Welpen. Um dieses Hundekommando zu lernen, muss der menschliche Spielpartner beim Rufen des Kommandos sofort aufhören, am Spielzeug zu zerren. Es wird lediglich festgehalten. Stellt der Hund das Ziehen ebenfalls ein, folgt sofort Belohnung und Lob. Anschließend wird mit Okay das Spiel erneut gestartet.

Trotz Locken kein Spiel ohne Kommando

Funktioniert das bereits gut, kann die Übung gesteigert werden. Hat der Hund losgelassen und seine Belohnung erhalten, wedelt man einfach mit dem Hundespielzeug vor seiner Schnauze herum, aber zögert das Okay hinaus. Erwartet wird, dass der Hund erst dann wieder an das Spielzeug geht, wenn die Erlaubnis erteilt wird. Zwischendrin kann man übrigens sehr gut Sitz und Platz trainieren.

Spielerisch mit Hundekommandos Regeln für den Hund lernen

Das gemeinsame Lernen mit dem Hund soll für alle Spaß machen, deshalb werden Hundekommandos immer spielerisch gelernt. Positives Bestärken funktioniert am besten. Deshalb sollte der Hundehalter die Freude gegenüber seinem Hund zeigen. Das motiviert den Vierbeiner und trägt zum Lernerfolg bei.

Das Lernen von Hundekommandos funktioniert aber nicht immer gleich gut. Statt genervt oder mit Ungeduld auf die Misserfolge zu reagieren, sollte das Training abgebrochen und zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden.

Hundekommandos lernen

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