Labrador am Fenster guckt lustig

Gutes Hundefutter erkennen

Gutes Hundefutter erkennen
Die richtige Ernährung des Hundes ist eine Wissenschaft für sich. Fragt man 10 Experten, erhält man mindestens verschiedene 10 Meinungen, wie ein Hund ernährt werden sollte und was ein gutes Hundefutter ausmacht. Trockenfutter, Nassfutter, Barfen, getreidehaltiges Futter, getreidefreie Hundenahrung, Hundefutter mit hohem Fleischanteil, vegane Ernährung des Hundes, Premium Tiernahrung oder billige Tiernahrung aus dem Supermarkt. Rund um die Hundeernährung hat man als Hundehalter viel Fragen, vor allem gibt es viel Druck von außen, weil jeder es besser weiß und besser macht.

Mit unserem Artikel “Gutes Hundefutter erkennen” möchten wir keine wissenschaftliche Abhandlung liefern und schon gar nicht Hundebesitzern vorschreiben, wie sie ihren Hund füttern sollen.

Gutes Hundefutter ist ausgewogen und vielseitig

Der Hund stammt vom Wolf ab. Wölfe sind Prädatoren, sie ernähren sich hauptsächlich aus Fleisch. Ausgewachsene Wölfe nehmen täglich mindestens 2,5 kg Nahrung zu sich und bevorzugen beim erlegten Beutetier zuerst die Innereien, später Muskelfleisch, Ohren und Knochen des Beutetieres. Darüber hinaus fressen Wölfe aber auch Beeren, Früchte und Aas.

Bei knappem Nahrungsangebot frisst der Wolf sogar Insekten sowie Abfälle, wenn er auf Nahrungssuche menschlich besiedeltes Gebiet durchstreift. Wölfe sind äußerst anpassungsfähig. Die konkrete Ernährung des Wolfes variiert je nach Nahrungsangebot im Gebiet sowie jahreszeitabhängig.

Aus diesem spezifischen Fressverhalten des Wolfes lassen sich Rückschlüsse ziehen, was ein gutes Hundefutter ausmacht: es ist ausgewogen, abwechslungsreich, versorgt den Hund mit allen benötigten Nährstoffen, macht satt und schmeckt.

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Was bedeutet “tierische Nebenerzeugnisse” in Hundefutter?

In der Futtermittelindustrie werden bei der Herstellung von Trockenfutter, Nassfutter und Leckerlis tierische Nebenerzeugnisse verwendet. Dabei handelt es sich um Schlachtabfälle, die weitaus billiger sind, als hochwertiges Fleisch.

Grundsätzlich ist ein gewisser Anteil an tierischen Nebenerzeugnissen in Hundefutter nicht per se schlecht – insofern der Hersteller genau deklariert, wie sich die tierischen Nebenerzeugnisse zusammensetzen.

Tierisches Nebenerzeugnis entspricht dem natürlichen Fressverhalten

Um für den Hund gutes Hundefutter zu finden, hilft auch hier wieder der Blick auf das natürliches Nahrungsspektrum und Fressverhalten des Wolfes.

Bevorzugt erlegt der Wolf große Beutetiere, frisst jedoch nur bestimmte Teile seiner Beute. Erlegt er ein kleines Beutetier, frisst er auch schon mal das komplette Tier. Dabei nimmt der Fleischfresser auch tierische Bestandteile wie Krallen, Klausen, Fell, Federn, Gedärm, Zähne und anderes auf, welche in der Schlachterei als tierische Nebenerzeugnisse anfallen.

Nutzlos für den Stoffwechsel

Somit gehören die Fleischnebenerzeugnisse zwar auch in das natürliche Nahrungsspektrum, jedoch stellen sie einen äußert geringen Anteil in der Ernährung dar. Der tierische Organismus von Wölfen und Hunden ist nicht darauf ausgelegt. Zwar können Wölfe und Hunde diese tierischen Nebenerzeugnisse teilweise gut vertragen. Jedoch können sie über den Stoffwechsel nicht verwertet werden. Minderwertige Tiernahrung kann z.B. Übergewicht beim Hund begünstigen.

Beim Fleischanteil auf Deklaration achten

Die Angabe alleine, wie hoch der Fleischanteil ist, sagt noch lange nichts darüber aus, ob es sich um ein gutes Hundefutter handelt. Denn auch die tierischen Nebenerzeugnisse können in die Angabe mit einfließen, tragen aber nicht einer gesunden Ernährung des Hundes bei.

Gute & schlechte tierische Nebenerzeugnisse in Hundenahrung

Stark vereinfacht ausgedrückt lassen sich tierische Nebenerzeugnisse in gute und schlechte unterteilen, weshalb der Futterhersteller auf gutem Hundefutter deklariert, wie sich enthaltene tierische Nebenerzeugnisse zusammensetzen. Fehlt diese Deklaration, kann man als Hundehalter davon ausgehen, dass es sich um sehr minderwertige Fleischnebenerzeugnisse handelt.

Diese Bestandteile können gut verstoffwechselt werden:

  • Herz
  • Pansen
  • Schlund
  • Leber
  • Lunge
  • Niere
  • Hähnchenmagen
  • Karkassen

Dieses Bestandteile werden vom Hund nicht gut verstoffwechselt:

  • Hühnerschnabel
  • Hühnerfuß
  • Huf
  • Horn
  • Euter
  • Darm
  • Haut
  • Schwarte
  • Federn
  • Wolle
  • Hoden
  • Euter

Als Hundebesitzer sollten Sie deshalb immer genau auf die Zutatenliste des Hundefutters schauen. Dies gilt sowohl bei Trockenfutter, als auch bei Nassfutter.

Deklaration Fleisch & weitere Zutaten in Hundetrockenfutter

Sehr transparent ist beispielsweise die Deklaration bei diesem zucker- und getreidefreien Hundetrockenfutter mit Lamm für erwachsene Hunde:

Lamm (75%, davon Lamm (frisch, 63%), Lamm (getrocknet, 10%), Proteinhydrolysat (vom Lamm, 2%)), Kochbanane (getrocknet, 15%), Kürbis (getrocknet, 6,5%), Flohsamen, Rote Beete (getrocknet, 0,1%), Chicorée (getrocknet).
Lamm = Muskelfleisch, Herz, Leber, Pansen und Magen.

Beispielhafte Zusammensetzung von Welpenfutter

Aber nicht nur für erwachsene Hunde sollte man sorgsam das Hundefutter auswählen, sondern insbesondere für Welpen, damit die Hunde von Anfang an einen guten Start in ein gesundes Leben haben.

Hier ein Blick auf die Zusammensetzung von Welpenfutter:

Lamm (75%, davon Lamm (frisch, 63%), Lamm (getrocknet, 10%), Proteinhydrolysat (vom Lamm, 2%)), Kochbanane (getrocknet, 16%), Kürbis (getrocknet, 2%), Luzerne (getrocknet, 1,9%), Hanföl 0,8%, Flohsamen, Rote Bete (getrocknet, 0,1%), Chicorée (getrocknet).
Der frische Lammanteil von 63% setzt sich aus 35% Pansen, 18% Muskelfleisch und 10% Leber zusammen.
Die 10% getrocknetes Lamm bestehen aus Herz, Leber und Magen. Zusätzlich sind noch 2% Proteinhydrolysat (Eiweißextrakt) vom Lamm enthalten.

Hunde sind Carni-Omnivoren

Gutes Hundefutter muss keinesfalls nur Fleisch enthalten. Erinnern wir uns an den Wolf, der neben Fleisch als Hauptnahrungsquelle auch Früchte und Beeren verspeist. Die Grundlage einer guten Ernährung beim Hund kann zwar von der des Wolfes abgeleitet werden – aber nur bedingt.

Durch die Domestizierung des Hundes über Jahrtausende hat sich das Verdauungssystem des Hundes verändert. Dies wirkt sich natürlich auch auf die Ernährung aus. Inzwischen sind Hunde nicht mehr nur Fleischfresser sondern auch Allesfresser (Carni-Omnivoren).

Fleisch, Gemüse, Obst & Getreide in Hundenahrung

Dementsprechend erweitern Gemüse, Obst, Kräuter und teilweise auch Getreide den Speiseplan von Hunden. Sie dürfen zwar nicht jedes Obst und Gemüse essen und Hundefutter mit Getreide kann Allergien auslösen. Aber prinzipiell erscheint eine rein auf Fleisch basierende Ernährung für Hund nicht geeignet.

Mögliche Risiken bei BARF

Ein gutes Beispiel ist das Barfing. Wenn ein Hundebesitzer sich für BARF entscheidet, will er damit eine möglichst gesunde Ernährung des Hundes sicherstellen. Selten wird beim Barfen nur Fleisch gefüttert. Beim Barfing wird sehr häufig mit Gemüse, Obst und Kräutern ergänzt.

Trotzdem kann es beim Barfen schnell zur Unterversorgung an Nährstoffen kommen. Darüber hinaus können diverse gesundheitliche Probleme entstehen, die von Verstopfung über Durchfall, Zahnschäden bis hin zur Übertragung verschiedener Krankheiten durch das rohe Fleisch reichen.

Insgesamt erscheint es also mehr als sinnvoll, eine artgerechte Ernährung durch ein gutes Hundefutter zu gewährleisten und nicht blindlings einem Trend hinterherzueifern. Aber woran erkennt man ein gutes Hundefutter?

Gutes Hundefutter muss nicht teuer sein, aber …

Glaubt man den Futtermittelherstellern, ist natürlich immer die eigene Futtersorte das Beste. Das gilt für alle Hersteller von Tierfutter. Unabhängig davon, ob es sich um eine billige Futtersorte handelt oder um Premium Hundefutter.

Keinesfalls sollten Sie sich als Hundebesitzer darauf verlassen, dass ein hochpreisiges Hundefutter die beste Qualität aufweist. Deshalb schauen Sie sich immer die Zusammensetzung des Hundefutters an.

Auf den wichtigsten Punkt sind wir bereits eingegangen: Der Fleischanteil kann tierische Nebenerzeugnisse enthalten. Diese sollten jedoch auf der Verpackung näher deklariert werden. Ist dies nicht der Fall, können Sie davon ausgehen, dass der gute Fleischanteil sehr gering, die Anteile der Nebenerzeugnisse hoch sind.

Es versteht sich von selbst, dass bei sehr billiger Hundenahrung keine hochwertigen Zutaten enthalten sein können. Daher sollte das Futter für den Hund etwas mehr kosten. Es muss jedoch keine Premium Futtermarke sein, insofern die Futterzusammensetzung in Ordnung ist.

Beim Kauf von Hundefutter auf Zusatzstoffe achten

Ebenso wie bei menschlicher Nahrung können im Hundefutter zahlreiche Zusatzstoffe enthalten sein. Farbstoffe, Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe sind nur einige davon.

Achten Sie beim Kauf von Hundenahrung, dass möglichst wenige Zusatzstoffe enthalten sind. Eine sehr ausführliche Abhandlung mit tierärztlichem Sachverstand rund um Hundefutter finden Sie auf der Website dieser Tierarztpraxis hier.

Ein relativ gutes Indiz für gutes Hundefutter ist die Futtermenge, die der Hersteller empfiehlt. Wir verwenden für unseren adulten, sehr aktiven Labrador Rüden ein Premiumfutter ohne Zucker, Getreide, pflanzliche und tierische Nebenerzeugnisse.

Die tägliche Füttermenge bei diesem Trockenfutter beträgt laut Herstellerempfehlung 270 Gramm. Eine aus unserer Sicht minderwertige, leider aber sehr bekannte Futtermarke empfiehlt bei seinem Trockenfutter für unseren Hund 345 g tägliche Füttermenge.

Teures Premiumfutter & billiges Hundefutter – Preisvergleich

Auf den ersten Blick erscheint das schlechte Hundefutter sehr viel billiger, als die Premiummarke. Umgerechnet auf 15 Kilogramm kostet das billige Futter 34,50 Euro, das gute Hundefutter 64,99 Euro. Rechnet man aber aus, für wie viele Tage man mit 15 kg Hundefutter beider Marken auskommt, wird schnell klar, dass man durch das Billigfutter bei Weitem nicht so viel spart, als es auf den ersten Blick erscheint.

15 kg des Premiumfutters ergeben etwa 55 Tagesportionen (= 1,18 Euro / Tag)
15 kg der Billig-Hundenahrung ergeben etwa 43 Tagesportionen (=0,80 Cent / Tag)

Als Hundehalter sollte man nicht an 40 Cent pro Tag sparen. Schließlich wirkt sich eine gute Ernährung positiv auf Gesundheitheit und Lebenserwartung des Hundes aus. Ein Hund, der lange fit und gesund bleibt, verursacht weniger Tierarztkosten. Insofern amortisieren sich in der Regel die etwas höheren Kosten für ein gutes Hundefutter – vor allem aber gibt man dem geliebten Vierbeiner die besten Chancen auf ein gesundes und langes Leben.

Ist das Hundefutter gut für meinen Hund?

Neben all den vielen theoretischen Informationen, woran man gutes Hundefutter erkennt, gibt es nützliche Tipps, worauf man beim Hund selbst achten kann. Denn dieser zeigt selbst an, wie es um die Qualität des Hundefutters bestellt ist.

  • Kotmenge – kleine Hundehaufen sprechen für hohe Vertraulichkeit
  • Kotkonsistenz – Kot sollte eine eher feste Konsistenz aufweisen, nicht weich sein
  • Blähungen – sind ein Indiz auf schlechte Futterqualität

Stumpfes Fell, Mundgeruch sowie Trägheit lassen ebenfalls darauf schließen, dass kein gutes Hundefutter gefüttert wird.

Wie kann man bei Hundefutter sparen?

Mit dieser Frage begibt sich jeder Hundehalter aufs Glatteis und zieht den Zorn von extremen Tierliebhabern auf sich. Man sollte jedoch die Kirche im Dorf lassen. Natürlich darf und kann man bei Hundenahrung sparen. Sparen heißt ja nicht per se, auf gute Qualität beim Tierfutter zu sparen und den Hund schlecht zu füttern.

Wie bereits erwähnt ist billiges Hundefutter nur auf den ersten Blick viel günstiger, als hochwertiges Premiumfutter. Wer seinen Hund liebt, jedoch beim Kauf von Hundefutter sparen möchte, kann dies tun, ohne seinem Hund zu schaden.

Wir kaufen unser Premiumfutter immer auf Vorrat, wenn es im Angebot ist. Dabei bevorzugen wir große Packungen, die sind auf die Menge immer günstiger, als kleine Futtermengen zu kaufen.

Die meisten Anbieter für Premiumhundenahrung haben öfter mal Aktionen, bei denen es zur normalen Bestellung einen kleinen Futtersack gratis dazu gibt. Hält man als Hundehalter nach solchen Aktionen Ausschau, wird die Preisdifferenz zwischen Billigfutter und Premiumfutter immer geringer. Deshalb ist unser Statement klar:

Sparen ja, aber nicht an der Qualität!

Ähnlich halten wir es bei Leckerlis und Snacks. Dabei achten wir auf hochwertige Qualität, bieten dem Hund bevorzugt natürliche Kausnacks ohne jegliche Zusatzstoffe an. Zwischendurch gibt es aber auch mal eine Karotte.

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