Weißknievogelspinne (Acanthoscurria geniculata)

Vogelspinne Steckbrief

Vogelspinne als Haustier
Eine Vogelspinne als Haustier halten – alleine der Gedanke daran ist für viele Menschen ein Albtraum. Wer sich jedoch für Spinnen interessiert und darüber nachdenkt, ob er eine Vogelspinne kaufen möchte, findet in unserem Ratgeber erste Informationen rund um die Spinnenhaltung. Auf die Gestaltung eines Terrariums für Vogelspinnen gehen wir in einem separaten Artikel ein.

Vogelspinne Steckbrief: Was ist eine Vogelspinne?

Der wissenschaftliche Name für Vogelspinnen lautet Theraphosidae. Die Spinnentiere (Arachnida) gehören zu den ältesten Bewohnern der Erde. Sie besiedeln tropische und subtropische Klimazonen bereits seit mehr als 350 Jahren. Innerhalb der Vogelspinnen-Familie gibt es rund tausend Arten. Der Ordnung der Webspinnen (Araneae) zugehörig, baut die Vogelspinne ein Netz bzw. Gespinst, welches als Höhle zum Wohnen dient.

Foto zeigt Vogelspinne Grammostola pulchripes. Über die charmante Hermine haben wir in unserem Artikel „Spinnenphobie los werden“ geschrieben.

Wunderschöne Vogelspinne Grammostola pulchripes in Nahaufnahme

Körperbau der Vogelspinne

Der Körper einer Vogelspinne setzt sich aus Vorderleib, Hinterleib und 8 Laufbeinen zusammen. Kopf und Brust sind zusammengewachsen. Die Oberseite der Spinne wird als Carapax bezeichnet, die Unterseite als Sternum. Vorne am Kopf befinden sich Mundöffnung, Beißklauen (Cheliceren) und Taster (nicht zu verwechseln mit Beinen).

Beine einer Brachypelma vagans

Vogelspinnen Beine bestehen aus 7 Segmenten. Vogelspinnen Taster setzen sich aus 6 Segmenten zusammen. Auf dem Augenhügel sitzen die kleinen Augen. Die meisten Vogelspinnenarten besitzen 8 Augen, verfügen jedoch nur über eine geringe Sehfähigkeit.

Opisthosoma ist der überaus empfindliche Hinterleib der Vogelspinne. Dieser ist, anders als der Vorderleib nicht vom Exoskelett umhüllt, damit dieser sich bei der Nahrungsaufnahme ausdehnen kann. Am Hinterleib unten befindet sich die Geschlechsöffnung der Vogelspinne.

Entwicklung von Vogelspinnen in drei Stadien

Weibliche Spinnen legen nach der Paarung Eier in einen Teppich aus Spinnseide ab. Das Muttertier bedeckt die Eiablage mit Spinnseide und formt einen Kokon. Im Kokon schlüpfen Larven, die noch keine große Ähnlichkeit zu älteren Spinnentieren haben.

Nachdem die Larven sich gehäutet haben, werden die jungen Spinnen als Nymphen oder Spiderlinge bezeichnet. Im Nymphenstadium verbleiben die Spinnenbabys noch im Kokon. Spinnen häuten sich vom Nymphenstadium bis ins Erwachsenenalter mehrfach. Die Häutungen werden bis zur Reifehaut als nummerierte Fresshaut (FH 1, FH 2, FH 3 usw.) gezählt. Als Imago bezeichnet man das Stadium der erwachsenen Vogelspinne.

Wie oft häuten sich Vogelspinnen?

Wann eine Vogelspinne erwachsen ist, hängt jeweils von der Art und dem Lebensraum ab. Männliche Vogelspinnen erleben mit der Reifehäutung die letzte Häutung. Weibliche Vogelspinnen wachsen weiter und häuten sich dementsprechend auch weiter. Die Häutung erfolgt im Erwachsenenalter im Abstand von 1 bis 2 Jahren.

Warum haben Vogelspinne Haare?

Der Körper von Vogelspinnen ist üppig mit Haaren bedeckt. Diese haben jedoch nicht die Funktion, den Spinnenkörper aufzuwärmen oder vor dem Auskühlen zu schützen. Die Haare der Spinne dienen zum Ertasten der Umgebung, weshalb der flauschige Pelz als Tasthaar bezeichnet wird. Auch die 8 Spinnenbeine sind behaart. Sie fungieren als wichtige Tastsinnesorgane.

Woher kommen Vogelspinnen?

Die Vogelspinne ist in den Tropen und Subtropen beheimatet. Am häufigsten kommen die Spinnen in asiatischen Ländern, Afrika, Australien und Amerika vor. Aber es gibt sie auch in Europa. Innerhalb Europas sind Vogelspinnen in Portugal, Spanien und auf Zypern anzutreffen.

Wo leben Vogelspinnen?

Vogelspinnen haben verschiedene Lebensräume. Es wird hauptsächlich zwischen Bodenbewohnern und Baumbewohnern unterschieden. Theraphosidae leben je nach Art und Herkunft auf Bäumen, Sträuchern, auf dem Boden oder in der Erde. Dort nutzen die Spinnen entweder natürliche Höhlen oder die Spinnen bauen sich eine Röhre als Unterschlupf. Bekannt dafür ist die Sidney-Trichternetzspinne (Atrax robustus).

Wer eine Vogelspinne kaufen und für die Spinne ein artgerechtes Terrarium einrichten will, muss bei der Einrichtung des Terrariums auf die Lebensweise im natürlichen Habitat achten.

Was ist eine Bombardierspinne?

Neben der normalen Körperbehaarung verfügen einige Vogelspinnenarten über Brennhaare. Bombardierspinnen können bei Gefahr ihre Brennhaare zur Verteidigung dem Angreifer entgegenschleudern.

Im Bild zu sehen: Hinterleib und Brennbare der Bombadierspinne Weißknievogelspinne (Acanthoscurria geniculata)

Foto zeigt Hinterleib und Brennhaare der Bombadierspinne Weißknievogelspinne (Acanthoscurria geniculata)

Gelangen die bombardierten Brennhaare ins Gesicht, auf die Schnauze, in die Augen oder auf die Haut vom Aggressor, verspürt dieser einen unangenehmen mechanischen Reiz. Das Einatmen der Brennhaare kann starke Atembeschwerden bis hin zu asthmatischen Beschwerden auslösen.

Nicht jede Spinnenart mit Brennhaaren bombardiert Angreifer. Manche Vogelspinnen verteilen sich mit ihren Brennhaaren, indem sie dem Gegner zur Abwehr den haarigen Hinterleib entgegenstrecken.

Zudem kleiden einige der Vogelspinnen den Eingang ihrer Höhle durch Absteifen der Brennhaare mit ebendiesen aus, um neugierige Feinde abzuwehren.

Bombardierspinnen nutzen ihre Brennhaare auch zur Abwehr gegen Menschen. Wenn sich die Vogelspinne im Handling bedroht fühlt, bombardiert sie Hand, Arm oder Gesicht. Zwar ist das Brennhaar der Vogelspinne nicht giftig, erzeugt aber Juckreiz, Brennen, Ausschlag sowie Entzündungen.

Zu den Bombardierspinnen zählen beispielsweise:

  • Brachypelma boehmei
  • Avicularia cf. bicegoi
  • Brachypelma smithi
  • Grammostola-Arten

Wie alt werden Vogelspinnen?

In Gefangenschaft kann die Vogelspinne bis zu 20 Jahre alt werden. Über die Lebenserwartung von Vogelspinnen in der Natur ist kaum etwas bekannt. Artabhängig sind Vogelspinnen zwischen einem Jahr bis 10 Jahre erwachsen. Es kann also von einer relativ hohen Lebenserwartung in der Wildnis ausgegangen werden, wenn die Spinne nicht verunfallt oder einem Fressfeind zum Opfer fällt. Natürliche Fressfeinde der Vogelspinne sind Wegwespen, Tarantulafalke, Hundertfüßer, Skorpione, Managten.

Was fressen Vogelspinnen?

Vogelspinnen gehören zu den Fleischfressern. Als Karnivoren und Raubtiere erbeuten sie alles, was sie überwältigen können. Der Beutespektrum ist vielfältig:

  • Grillen
  • Heimchen
  • Schaben
  • Heuschrecken
  • Skorpione
  • Tausendfüßer

Größere Exemplare erbeuten auch Echsen sowie kleine Nagetiere. Obwohl der Name es vermuten lässt, fressen Vogelspinnen nur selten Vögel.

Wie machen Vogelspinne Beute?

Vogelspinnen sind Lauerjäger. Sie fangen also ihre Beute nicht mit einem klebrigen Spinnennetz. Stattdessen harren die Spinnentiere aus und lauern Beutetieren auf. Kommt ein Beutetier nah genug, schießt die Vogelspinne nach vorne, packt die Beute mit ihren kräftigen Kieferklauen (Cheliceren), injiziert mit einem Biss dem gefangenen Beutetier ihr Gift.

Das Spinnengift zersetzt den Körper des Beutetieres, damit die Vogelspinne dann die flüssige Substanz als Nahrung einsaugen kann.

Was ist die schönste Vogelspinne?

Auch, wenn Spinnen bei den meisten Menschen nicht zu den Lieblingstieren zählen und es schwer nachvollziehbar ist, dass jemand eine Vogelspinne als schön bezeichnet. Es gibt wunderschöne Vogelspinnen, die durch eine faszinierende Farbgebung auffallen.

Leider können wir Ihnen hier keine Fotos der schönsten Vogelspinnen zeigen, um das Urheberrecht der Fotografen zu wahren. Aber Sie können anhand der Namen nach den jeweiligen farbenprächtigen Spinnen googeln und sich selbst ein Bild machen:

  • Martinique-Baumvogelspinne (Caribena versicolor)
  • Cyanblaue Vogelspinne (Chromatopelma cyaneopubescens)
  • Mexikanische Feuerbein-Vogelspinne (Brachypelma boehmei)
  • Rote Usambara-Vogelspinne (PTERINOCHILUS MURINUS)
  • Haiti-Vogelspinne (Phormictopus cancerides)
  • Goldene Pavianspinne (Harpactira pulchripes)
  • Brasilianische Vogelspinne (Ybyrapora diversipes)
  • Vietnamesische Vogelspinne (Chilobrachys sp. Vietnam blue)

Für die meisten Spinnenliebhaber gilt die Blaue Ornament-Vogelspinne poecilotheria metallica als die schönste Vogelspinne. Ihr wissenschaftlicher Name bedeutet übersetzt “Blaue Spinne”. Mit ihrem Aussehen macht sie dem Namen alle Ehre. Denn je nach Lichteinfall ist der gesamte Körper der poecilotheria metallica mit starkem metallischen Glanz in der Farbe Blau überzogen. Sogar Menschen, die Spinnen nicht so gerne mögen, finden die blaue Vogelspinne metallica schön anzusehen.

Sind Vogelspinnen aggressiv?

Eine Vogelspinne ist in erster Linie ein Lauerjäger, der genau weiß, welches Beutetier sie überwältigen kann. Daher greifen Vogelspinnen nicht einfach große Lebewesen wie Katzen, Hunde oder Menschen an. Fühlt sich jedoch eine Vogelspinne bedroht, kann sie aggressiv reagieren oder beißen.

Unter den Vogelspinnen gibt es eher angriffslustige Arten sowie tiefenentspannte Exemplare. Spontanes Beißen erfolgt eher selten, nur in akuter Gefahr. Doch meist warnen Vogelspinnen durch imposante Drohgebärde. Die Vogelspinne hebt ihre Vorderbeine hoch und signalisiert, dass man jetzt besser die Flucht ergreifen sollte. Während das Tier die Drohstellung einnimmt, führt es mit den vorderen Beinen deutliche Abwehrbewegungen durch.

Pterinochilus murinus zählt zu den eher aggressiven Spinnenarten, die auch schon mal ohne Vorwarnung beißen. Ebenfalls zählt die bodenbewohnende Phormictopus cancerides zu den Vogelspinnen, die tendenziell aggressiver sind. Hier im Foto ist die Spinne entspannt.

Vogelspinne Phormictopus cancerides im Terrarium

Sind Vogelspinnen giftig?

Wenn Vogelspinnen beißen, wird immer Gift abgesondert. Spinnenbisse sind für Menschen meist ungefährlich, aber unangenehm.

Wo kann man eine Vogelspinne kaufen?

Vogelspinnen kann man in der Zoohandlung, im Reptilienfachgeschäft oder direkt bei einem Spinnenzüchter kaufen. Es gibt auch Spinnenbörsen, Insekten- und Spinnenausstellungen oder Foren, wo man von anderen Spinnenbegeisterten Vogelspinnen kaufen oder tauschen kann.

Man kann Vogelspinnen kaufen online in entsprechenden Zoohandlungen, die im Paket verschickt werden. Das muss nicht sein, daher ist der Kauf bei einem Züchter für Vogelspinnen die beste Wahl, wenn man das Tier persönlich abholt und Stress beim Transport bestmöglich vermeidet.

Wie viel kostet eine Vogelspinne?

Der Preis für Vogelspinnen variiert je nach Art, Verfügbarkeit, Geschlecht, Alter. Weibliche Vogelspinnen werden teurer verkauft, als männliche Spinnen. Spiderline sind günstiger, als subadulte oder adulte Vogelspinnen. Generell zählen Vogelspinnen eher zu den günstigen Haustieren. Es gibt aber Ausnahmen.

Hier ein paar Preise von gewerblichen Anbietern – Stand 2022:

  • Eine Brasilianische Riesenvogelspinne (Lasiodora parahybana) kostet um die 7 Euro.
  • Der Preis für eine Caribena versicolor liegt bei etwa 15 Euro.
  • Wer eine Brachypelma Smithi kaufen möchte, muss etwa zwischen 25 und 60 Euro zahlen.
  • Die Blauzahn-Vogelspinne (Ephebopus cyanognathus) gilt als eine der teureren Vogelspinnenarten und kostet um die 60 Euro.
    Ein Theraphosa blondi Weibchen wird derzeit mit etwa 350 Euro gehandelt.

Wie teuer ist die Haltung einer Vogelspinne?

Die Kosten für die Haltung einer Vogelspinne als Haustier setzt sich aus dem Kaufpreis des Tieres sowie den Anschaffungskosten für Terrarium und Zubehör zusammen. Vogelspinnenhaltung ist ingesamt deutlich günstiger, als will man Schlangen oder Echsen wie Bartagame halten.

Für Einsteiger in die Spinnenhaltung empfiehlt es sich, ein Vogelspinnen Terrarium Set zu kaufen. Hierfür sollte man Kosten etwa im Bereich von ca. 100 Euro einplanen. Terrariumtechnik kann enthalten sein oder optional dazu gekauft werden.

Beim Halten einer Vogelspinne fallen kaum erwähnenswerte Kosten für die Versorgung des Tieres an. Vogelspinnen Futter kostet kaum etwas. Mit einem Euro kommt man in der Regel durch den gesamten Monat.

Wie oft muss ich meine Vogelspinne füttern?

Vogelspinnen können sehr lange quasi bewegungsfrei ausharren und haben daher einen geringen Energiebedarf. Wer eine Vogelspinne halten will, muss daher selten füttern. Abhängig von Art und Größe sollte man ein bis zweimal im Monat die Vogelspinne füttern. Ausreichend genährt ist die Spinne, wenn der Hinterleib dick und prall ist.

In der Natur gibt es keine festen Fütterungszeiten. Die Vogelspinne kann deshalb über einen längeren Zeitraum ohne Nahrung auskommen. Je nach Lebensraum decken die Spinnen ihren Wasserbedarf über die Luftfeuchtigkeit ab.

Hält man eine Vogelspinne im Terrarium, sollte dem Tier Wasser angeboten werden. Das geht gut mit einem Deckel einer Getränkeflasche oder einer flachen Schale. Um Ertrinkungsgefahr zu vermeiden, muss ein kleines Gefäß zur Verfügung gestellt werden. Wasser im Spinnenterrarium erhöht zudem die Luftfeuchtigkeit und unterstützt die Vogelspinne bei der Häutung.

Vogelspinne Haltung – die beliebtesten Arten

Einige der beliebtesten Vogelspinnenarten möchten wir Ihnen hier mit einem kurzen Vogelspinne Steckbrief und eigenen Bildern vorstellen.

Rote Chile Vogelspinne Grammostola rosea

Ihre Heimat liegt in Bolivien, Argentinien und Paraguay. Der pelzige Achtbeiner erreicht eine Körperlänge von 5 bis 7 cm. Kennzeichnend für diese Vogelspinnenart sind zwei deutlich zu sehende Streifen auf den Beinen. Eine weibliche Grammostola rosea kann 10 Jahre und älter werden. Männliche Tiere erreichen dieses Alter nicht.

Weißknievogelspinne (Acanthoscurria geniculata)

Bei der Weißknievogelspinne (Acanthoscurria geniculata) handelt es sich um eine aktive Vogelspinnenart, die im Norden Brasiliens im Regenwald zuhause ist. Weißknievogelspinnen gehören den bodenbewohnenden Vogelspinnen an, die zwar in Röhren oder zwischen Wurzeln versteckt leben, aber tagsüber gerne in der Sonne sind.

Weißknievogelspinne (Acanthoscurria geniculata)

Wie der Name es schon verrät: Kennzeichnend für diese Vogelspinnenart sind die weißen Kniegelenke. Weibchen dieser Art werden bis zu 9 cm lang. Männchen bleiben etwas kleiner. Acanthoscurria geniculata ist eine Bombardierspinne. Aggressive Exemplare neigen zu dazu, schnell zu beißen.

Riesenvogelspinne Theraphosa blondi

Die Goliath-Vogelspinne Theraphosa blondi ist die größte Spinne der Welt. Sie lebt im tropischen Tieflandregenwald von Französisch-Guayana, wo die Temperatur bei circa 28°C liegt und die Luftfeuchtigkeit bei fast 100 % beträgt.

Die Goliath-Vogelspinne ist eine bodenbewohnende Vogelspinne und lebt in einer Höhle.

In ausgestrecktem Zustand kann Theraphosa blondi eine Körperlänge von bis zu 12 cm sowie einen Durchmesser von bis zu 30 cm erreichen (Beinspannlänge). Das Gewicht bei einem adulten Tier reicht an die 170 g bis 200 g.

Theraphosa blondi ernährt sich von kleinen Wirbeltieren. Auf dem Speiseplan der weltweit größten Riesenvogelspinne stehen Frösche, Mäuse aber auch Insekten.

Bild zeigt: Bodenbewohnende Riesenvogelspinne Lasiodora bahia im Terrarium

Bodenbewohnende Riesenvogelspinne Lasiodora bahia

Kraushaar-Vogelspinne (Tliltocatl albopilosus)

Tliltocatl albopilosus kommt in Mittelamerika vor und ist in Costa Rica, Guatemala, Honduras, Nicaragua und Venezuela vor. Ihr Körper ist dunkelbraun gefärbt und schimmert goldfarben. Kraushaar-Vogelspinnen sind Bodenbewohner, graben Höhlen in die Erde oder leben unter abgefallener Baumrinde.

Welche Vogelspinne für Anfänger?

Wie bereits erwähnt, unterscheiden sich Spinnen in ihrem Charakter. Je nach Tier sind Vogelspinnen im Gemüt eher ruhig, hektisch, nervös oder aggressiv. Da auch bei wenig Handling immer mal im Terrarium hantiert werden muss, sei es zum Füttern oder um Wasser nachzureichen, sollten Anfänger sich als erste Spinne stets eine Vogelspinne kaufen, die pflegeleicht und wenig angriffslustig ist.

Nur gezüchtete Vogelspinne kaufen!

Als Anfänger sollte man sich stets für eine Vogelspinne aus Nachzucht entscheiden und keine Vogelspinnen aus Wildfang kaufen. Dies sollte man ohnehin nicht tun! Aus der Natur entnommene Vogelspinnen ist an die Bedingungen der Natur gewöhnt. Dadurch ist es einem Anfänger kaum möglich, unter artgerechten Bedingungen eine Vogelspinne zu halten.

Pflegeleichte Anfängerspinnen

Eine beliebte Anfängerspinne ist Brachypelma smithi (hamorii). Die Mexikanische Rotknie-Vogelspinne ist, wie die meisten Spinnen der Brachypelma Arten, ein ruhiger Vertreter. Diese sowie Kraushaar-Vogelspinne (Brachypelma albopilosum) und Organgenbeinvogelspinne (Brachypelma emilia) zählen zu den pflegeleichten und friedlichen Vogelspinnenarten.

Foto Vogelspinne Brachypelma smithi Vogelspinne

Grammostola rosea hat ebenfalls wenig aggressives Potenzial. Zu den ruhigen und pflegeleichten Anfängerspinnen zählen auch Tiere der Aphonopelma Arten. Tliltocatl albopilosus ist ebenfalls eine tolle Art, um den Einstieg in die Vogelspinnen-Haltung zu machen. Sanftmütig ist auch die Kraushaar-Vogelspinne.

Welche Vogelspinnen sind nicht für Anfänger geeignet?

Brachypelma boehmei ist keine Anfängerspinne, da sie leicht reizbar ist und gerne mit ihren Brennhaaren bombardiert. Chilobrachys sp. Vietnam blue gilt als recht aggressiv und ist daher nicht als Angängerspinne geeignet. Angriffslustig sind ebenfalls Chilobrachys andersoni sowie die Herkules-Vogelspinne (Hysterocrates hercules XL) und zahlreiche weitere Arten.

Angriffsfreudige und aggressiv bombardierende Vogelspinnenart Lasiodora klugi

Die im Bild zu sehende Vogelspinne Lasiodora klugi ist ein kletterfreudiger Bodenbewohner, bombardiert jedoch sofort und ist dementsprechend angriffsfreudig.

Welche Vogelspinne ist für mich geeignet?

Als Anfänger sollte man sich sorgfältig über die Vogelspinnenart, ihre Ansprüche und Besonderheiten informieren. Einerseits soll der Spinne ein möglichst artgerechtes Zuhause gewährleistet werden. Andererseits möchte insbesondere der Spinnenanfänger möglichst viel von seinem Haustier zu sehen bekommen.

Artabhängig ist die Vogelspinne mehr oder weniger aktiv, selten sichtbar, regelmäßig sichtbar oder sehr häufig sichtbar, je nachdem, wie bewegungsfreudig die Spinne ist.

Beschäftigen Sie sich mit der artspezifischen Lebensweise, bevor Sie eine Vogelspinne kaufen, finden Sie eine tolle Spinnenart, die Ihren Vorstellungen gerecht wird.

Welche Vogelspinnen darf man als Haustier halten?

Auch bei Kauf, Haltung und Nachzucht von Vogelspinnen gilt es, das Washingtoner Artenschutzabkommen einzuhalten. Im Jahre 1985 wurde Brachypelma smithi bzw. jetzt Brachypelma hamori in den Anhang II des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens (WA) aufgenommen und steht unter Artenschutz. Wer die Rotknie-Vogelspinne halten will, benötigt einen Herkunftsnachweis. Darüber hinaus sind stets die Bestimmungen des Bundeslandes zur Haltung von Vogelspinnen zu beachten. Lesen Sie auch unseren Ratgeber „Schlangenhaltung in Mietwohnung„.

Kann man mehrere Vogelspinnen zusammenhalten?

Es gibt einige Exemplare, bei denen eine Vergesellschaftung unter bestimmten Voraussetzungen möglich erscheint. Tendenziell sind Vogelspinnen Einzelgänger. Bei erwachsenen Tieren kommt es meist zu Problemen, wenn sie zusammen gehalten werden. Daher ist die Einzelhaltung üblich.

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